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Familienheim installiert Schutzschalter

Fotovoltaikanlagen gelten als Segen wenn es darum geht, saubere Energie zu gewinnen, ohne fossile Rohstoffe zu verbrauchen. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass diese Anlagen im Brandfall eine große Gefahr für die Feuerwehr darstellen. Daher rüstet die Bad Säckinger Baugenossenschaft Familienheim alle ihre Fotovoltaikanlagen mit einem Feuerwehrnotschutzschalter aus. Der sollte eigentlich Pflicht werden, erklärt Friedrich Plettenberg, der Vorsitzende der Genossenschaft.


Friedrich Plettenberg, Ralf Mutter, Tobias Förster und Matthias Eschbach (von links)
kennen die Gefahren, die im Brandfall durch eine Fotovoltaikanlage enstehen können.
Die Fotovoltaikanlagen der Baugenossenschaft Familienheim haben nun Notschutzuschalter.

In Norddeutschland musste die Feuerwehr ein Haus kontrolliert abbrennen lassen, weil es zu gefährlich gewesen wäre, die Feuerwehrleute in das Gebäude zu schicken. Und in Bad Säckingen gab es im vergangenen Jahr einen Zwischenfall mit einer Fotovoltaikanlage, der auch zu einem Brand hätte führen können. Das Problem besteht darin, dass die Anlagen auch im Brandfall weiterlaufen und die Leitungen, die vom Dach in den Keller führen, unter Hochspannung stehen, 1000 Volt sind durchaus normal. Da meist kaum jemand weiß, wo die Leitungen verlaufen, ist ein gefahrloser Einsatz von Wasser nicht möglich. "Die Sicherheit der Feuerwehrleute geht eindeutig vor", sagen Tobias Förster und Ralf Mutter von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Säckingen. Sie machen deutlich, dass sie keinen Feuerwehrmann in ein Haus schicken würden, bei dem die Solaranlage noch läuft und die Sicherheit der Einsatzkräfte gefährdet.

Grund genug für die Baugenossenschaft Familienheim, ihre Fotovoltaikanlagen mit Schutzschaltern nachzurüsten. Immerhin sind 42 Häuser der Familienheim mit Solaranlagen ausgerüstet. 23 betreibt die Baugenossenschaft selbst, 19 Dächer wurden vermietet. Insgesamt 183 Haushalte werden auf diese Weise versorgt. Gemeinsam mit der Feuerwehr wurden die Schalter – es gibt verschiedene Produkte auf dem Markt – ausgesucht, die Firma Stromtiger wird diese in den kommenden Monaten installieren. So können die Solaranlagen künftig von der Feuerwehr entweder auf dem Dach oder im Keller abgeschaltet werden. Der Faktor Zeit spielt bei einem Brand logischerweise eine entscheidende Rolle. Daher ist es wichtig, dass die Feuerwehrleute die Schalter schnell finden. "Sie werden so angebracht, dass man praktisch direkt auf sie zuläuft", verspricht Matthias Eschbach von der Firma Stromtiger.

Für Friedrich Plettenberg war aber auch wichtig, dass nicht irgendjemand aus Jux den Schalter umlegt und eine Anlage damit abschaltet. Schließlich hat die Familienheim die Anlagen nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen, sprich wegen der staatlichen Vergütung, auf ihren Häusern installiert. Daher werden die Schalter in Stahlkästen untergebracht, die nur mit einem speziellen Schlüssel von der Feuerwehr geöffnet werden können. Zusätzlich sollen gut sichtbare Aufkleber die Feuerwehr gleich beim Eintreffen darauf aufmerksam machen, dass in diesen Häusern die Sicherheitsschalter installiert sind.

Bei der Feuerwehr hofft man darauf, dass es bald eine gesetzliche Regelung zum Einbau der Feuerwehrnotschutzschalter gibt. Die Nachrüstung koste etwa 1200 bis 1500 Euro. Werde der Schalter gleich miteingebaut, seien die Kosten geringer, ist Matthias Eschbach sicher. Allein wegen der Sicherheit und der Zeitersparnis im Ernstfall sei eine gesetzliche Vorschrift der Schalter sehr sinnvoll, sind sich alle Beteiligten einig. Daher will die Baugenossenschaft Familienheim auch nicht nur die 23 eigenen Anlagen nachrüsten, sondern auch den Pächter der 19 anderen Dächer zum Einbau der Schalter verpflichten, so Friedrich Plettenberg. 

 

Bericht und Bild aus der Badischen Zeitung

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